Aus welchem Material sollte die Sonnenschirm-Bespannung sein?

Ein Sonnenschirm ist für den täglichen Einsatz ausgerichtet, dementsprechend sollte auch die Bespannung den alltäglichen Belastungen standhalten können. Die Bespannung ist der Stoffbezug des Schirmdachs, welcher einen Großteil des Preises bestimmt – je hochwertiger und qualitativer, desto preisintensiver ist in der Regel das gesamte Modell.

Stoffklassen

Sonnenschirmhersteller greifen bei der Zusammenstellung ihrer Schirme auf sogenannte Stoffklassen zurück, wobei die Stoffklasse 1 in der Regel am einfachsten daherkommt und die Stoffklasse 5 mit besonders vielen Vorteilen aufwarten kann. Hauptsächlich wird die Stoffklasse zum Definieren der Lichtechtheit eines Stoffes genutzt. Unterschieden wird zwischen den Klassen 1,2,4 und 5.

Stoffklassen Übersicht

• Stoffklasse 1

Die wohl günstigste Stoffklasse stellt der Polyesterstoff dar, welcher von unterschiedlichen Sonnenschirmherstellern genutzt wird und im Vergleich zu anderen Stoffen weitaus schneller in Mitleidenschaft gezogen wird. Polyesterstoff ist deshalb aber keineswegs „schlecht“, sondern stellt vielmehr den klassischen Einstiegsstoff eines Schirmmodells dar. Erste deutliche Farbveränderungen werden hier bereits nach etwa 40 Sonnentagen sichtbar. Gleichzeitig ist Polyester aber ein witterungsbeständiger Stoff und verfügt über einen UPF 50+.

• Stoffklasse 2

Hierbei handelt es sich um die Standardqualität vieler Hersteller. Meist bestehen die Stoffe ebenfalls aus Polyester, aber auch Olefin wird häufig verwendet. Die Lichtechtheit ist hier bereits höher, erste Farbveränderungen sind nach 80 Tagen zu bemerken. Zudem werden oftmals auch mehr Farben und Variationen als in Stoffklasse 1 angeboten. Die Stoffklasse 2 richtet sich verstärkt an Einsteiger und Spontankäufer, außerdem handelt es sich bei den entsprechenden Modellen oft um ein Mitnahmesortiment.

• Stoffklasse 4

Die Stoffklasse 4 zeichnet sich durch eine große Farbechtheit und Langlebigkeit aus und sollte gerade bei farbigen Sonnenschirm gewählt werden. Die Bespannung der Stoffklasse 4 weist zudem ein höheres Gewicht auf, welches die längere Lebensdauer gewährleistet. Auch und insbesondere größere Schirme eignen sich für einen solchen Bezug. Zum Einsatz kommen auch hier vermehrt Polyester-Stoffe, die je nach Hersteller auch noch acrylatbeschichtet sind. Die hochwertigen Stoffe sind in der Regel schmutz- und wasserabweisend, fäulnishemmend behandelt und verfügen über eine hohe Festigkeit. Dank des hochwertigen Stoffs sind erste Farbveränderungen des Schirms erst nach 350 Tagen zu bemerken.

• Stoffklasse 5

Die Stoffklasse 5 vereint alle Bespannungen, die auf Acrylbasis aufbauen. Diese Stoffklasse ist sehr langlebig, extrem licht- und farbecht und sehr stabil. Dank der dichten Verarbeitung des Materials kommt hier kaum ein Sonnenstrahl hindurch, sodass auch ein hervorragender Schutz gegen UV-Strahlung gegeben ist. Weiterhin wird in der Regel auf ein sogenanntes spinndüsengefärbtes Material zurückgegriffen – darunter ist zu verstehen, dass die Faser nicht einfach nur eingefärbt wurde, sondern durchgehend – also auch innen – gefärbt ist. Die Farbechtheit ist somit deutlich besser als bei gewöhnlichen Stoffen. Besonders gut geeignet ist die Stoffklasse 5 für den gewerblichen Bereich, dass sie am besten vor Regen schützt, optisch lange hält und zudem etliche weitere Eigenschaften besitzt, etwa Wetter- und Verrottungsbeständigkeit oder eine hohe Resistenz gegen Schimmel- und Algenbildung. Darüber hinaus sieht der Stoff außerdem auch bedruckt sehr gut aus. Im privaten Bereich wird die Stoffklasse 5 ebenfalls verwendet, meist jedoch nur bei größeren Schirmen ab 300 x 300 cm. Die Auswahl der Farben ist hier meist sehr umfangreich und hält oft auch außergewöhnliche Designs bereit. In der Stoffklasse 5 leidet der Stoff erst nach etwa 700 Tagen unter erstem Farbverlust.

Die gängigsten Materialien der Bespannung

Oft sind die Stoffklassen bereits ein gutes Indiz dafür, wie hochwertig die Bespannung ist und reichen als Kriterium bei der Suche in der Regel aus. Dennoch kann es nicht schaden, die verschiedenen Stoffe und ihre individuellen Eigenschaften zu kennen.

Olefin

Olefin ist ein sehr leichtes Material, das über sehr gute Abdeckungseigenschaften und eine gute Struktur verfügt. Es trocknet zudem schnell und hat nur eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Gegen Flecken, Abnutzung, Chemikalien und Sonnenlicht verhält es sich widerstandsfähig, gleichzeitig ist es außerdem farbbeständig – gerade die gute Standhaftigkeit gegen Farbverlust ist eine der wohl wichtigsten Eigenschaften dieses Stoffes.

Polyester

Polyester kann seine ursprüngliche Form sehr gut behalten, da es über eine starke Faser verfügt. Auch Falten sind daher nur selten im Stoff zu sehen. Im Vergleich zu anderen Sonnenschirmstoffen ist der Polyesterpreis außerdem deutlich niedriger.

Acryl

Unangefochten auf Platz 1 befindet sich die Acrylfaser. Sie bietet keinen Nährboden für Schimmelbildung, ist weitestgehend immun gegen allgemein vorkommende Chemikalien, hat eine sehr hohe Farb- und Lichtbeständigkeit, ist meist imprägniert, wasserabstoßend, schmutzabweisend und verrottungsbeständig. Diese hohe Qualität hat jedoch auch ihren Preis, sodass Acrylbezüge in der Regel am teuersten daherkommen. Auch hier gibt es etliche Patente, darunter beispielsweise Dralon, welches als so gut wie konkurrenzlos auf dem Markt gilt. Hier zeigt sich bereits, dass es hinsichtlich der Bespannung eine breite Auswahl gibt, sodass sich ein gewissenhafter Vergleich auszahlt. Wenn Sie sich trotz allem nicht sicher sind, welche Bespannung für Ihre individuelle Situation am ehesten geeignet ist, so helfen wir Ihnen diesbezüglich gerne weiter.

Stoffmischungen der Hersteller

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Stoffzusammensetzungen, die als Patente von einzelnen Herstellern entwickelt wurden. So setzt der Hersteller bambrella beispielsweise auf den Polyesterstoff „Spuncrylic“, welcher durch ein Einfärbungsverfahren modifiziert wurde, eine sehr hohe Lichtbeständigkeit und eine ähnliche Beschaffenheit wie Acryl aufweist (bei einem deutlich geringeren Preis). Der Schirmhersteller MAY setzt hingegen auf das hauseigene MayTex-Acryl mit Texgard-Imprägnierung, welches ebenfalls eine besondere Mischung von Materialien mit sich bringt. Hier lohnt es sich, vor dem Kauf bei Unklarheiten noch einmal nachzufragen und die Besonderheiten der patentierten Stoffe zu erfahren.